Jäger und Pioniere, Panzer und Grenadiere

26. Oktober, Herbstwetter, Nationalfeiertag. Tag der offenen Tür, das Bundesheer stellt sich vor: In Kasernen in ganz Österreich, in Wien am Heldenplatz bei der Leistungsschau. Hunderttausende sind jedes Jahr dabei, darunter eine ganze Menge junger Männer kurz vor dem Grundwehrdienst. Ein Spaziergang durch einige Waffengattungen und Geräte des Bundesheeres.

Zwei Soldaten in Tarnanzügen Maskiert und getarnt: das Jagdkommando wird bei Einsätzen unsichtbar.

Am Heldenplatz ist es die auffälligste Verkleidung, im Wald die unauffälligste: Ein Ghillie. Soldaten vom Jagdkommando wandern im Tarnanzug über den Platz. Man weiß nicht genau: Ist es noch ein Strauch oder schon ein Soldat? Mit Ghillies tarnen sich Soldaten in der freien Natur. An den Ganzkörper-Anzug werden Stoffzotteln aufgenäht. Wer sich so im Wald versteckt, verschwindet zwischen den Bäumen.

Jagdkommando



Wir sind im Zelt des Jagdkommandos: Der Eliteverband des Bundesheeres zeigt am Heldenplatz seine Fähigkeiten.

Jagdkommando-Soldaten befreien Geiseln, klären in Krisengebieten auf, führen Kommandounternehmen durch.

Sie waren im Tschad, in Afghanistan, im Kosovo oder in Albanien. Sie schwimmen, tauchen, springen.

Soldaten trainieren für den Ernstfall, Jagdkommando-Soldaten für den Extremfall.

Der Soldat im Zottelanzug warnt einen Grundwehrdiener, der es genau wissen will: "Die Ausbildung beim Jagdkommando ist mit Abstand die härteste beim Bundesheer. Nur wer leiden kann und an seine Grenzen geht, kommt durch."

 

Panzer und Panzergrenadiere

Show am Heldenplatz: Ein Kampfpanzer "Leopard" zeigt seine Manövrierfähigkeit.

Hinter dem Jagdkommando-Zelt ein großes Fahrzeug neben dem anderen: 1500 PS, 750 PS, 120mm Kanone, Leopard und Ulan. Die Kettenfahrzeuge sind das gepanzerte Rückgrat der Landstreitkräfte. Sie können mit ihren Ketten und den starken Motoren in jedem Gelände operieren.

Ein Unteroffizier erklärt den Heldenplatz-Besuchern den Unterschied zwischen einem Kampfpanzer und einem Schützenpanzer: "Ein Kampfpanzer bekämpft mit seiner Kanone andere Panzer und befestigte Stellungen. Der Leopard hat dafür vier Mann Besatzung. Der Ulan ist ein Schützenpanzer, das heißt er hat nicht nur eine Kanone, sondern transportiert im Heck bis zu acht Panzergrenadiere, die bei Bedarf zu Fuß ins Gelände ausschwärmen."

Bei den Panzern werden Grundwehrdiener als Infanteristen, Ladeschützen, Mechaniker eingesetzt.

Infanteristen hinter Kampfpanzer Panzergrenadiere im Panzer sitzend Soldaten gehen Richtung Wald Soldaten positionieren sich vor einem Panzer Soldat nach links schauend mit Panzer dahinter Panzer auf Straße fahrend Kampfpanzer bei einer Vorführung Kapmfpanzer feuert auf anderen Panzer Panzer feuert nacht rechts

Die Panzer sind beim Bundesheer in Zwölfaxing und Wels stationiert, die Panzergrenadiere in Grossmittel und Ried/Innkreis.

 

Pioniere

Unterwasser am Lastwagen: Die Taucher des Bundesheeres helfen auch bei Katastrophen.

Ein Tankwagen mit durchsichtigem Tank oder man könnte auch sagen: ein Lastwagen mit Schwimmbad. Drinnen schwimmt ein Taucher des Bundesheeres in voller Tauchausrüstung. Ein Moderator erklärt, was die Pioniertaucher alles können: "Sie bohren und schweißen unter Wasser, sie wissen, wie man ein Auto aus einem See herausholt. Und wenn man in einem trüben Fluss gerade noch die eigene Hand sehen kann, dann finden sich Pioniertaucher immer noch zurecht."

Die Pioniere sorgen im Ernstfall dafür, dass die Truppen beweglich bleiben: Sie bauen Brücken, sie errichten Sperren und Deckungen, sie sprengen Hindernisse, sie verlegen und räumen Minen.

Mit ihren Geräten sind die Pioniere auch beim Katastrophenschutz gefragt: Wenn bei einem Hochwasser Schutzdämme gebaut werden, sind auch die Pioniere des Bundesheeres im Einsatz. Wenn nach dem Hochwasser Behelfsbrücken errichtet werden, wenn nach Unwettern und Stürmen aufgeräumt wird - Pioniere sind meistens dabei.

Grundwehrdiener tragen Baumstamm Räumungsfahrzeug befördert Steine Grundwehrdiener beim Holzhacken Soldaten bauen eine Brücke Soldaten beim Brückenbau Rammfärhre mit Soldaten darauf im Fluss Soldaten auf eine Plattform auf Eissee Pionier beim Mienen aufspüren

Die Pioniere des Bundesheres sind in Villach, Salzburg und Melk stationiert. Zusätzlich verfügt jedes Militärkommando über eigene Pionierkräfte.

 

Flieger

Hubschrauber "Black Hawk": Probesitzen am Tag der offenen Tür.

Besonders lange Schlangen bilden sich am Tag der offenen Tür bei den Hubschraubern: Familien lassen ihre Kinder im Black Hawk probesitzen, Jugendliche begutachten das Cockpit. „Achtung auf den Kopf“, warnt ein Unteroffizier die Besucher vor der niedrigen Türkante.

"Kann man bei den Fliegern auch Grundwehrdienst machen?", will einer von ihm wissen. Ja, aber nicht in der Luft, sondern zum Beispiel als Mechaniker. Wer eine passende Ausbildung hat, etwa einen HTL-Abschluss oder Elektroniker oder Vermessungstechniker ist, kann in den Fliegerwerften arbeiten.

Nebenan ein echtes High-Tech-Zelt: Auf einem riesigen Monitor eine Österreich-Karte mit vielen kleinen leuchtenden Punkten. Das Echtzeit-Bild des Luftraums über Österreich, erklärt ein Radaroffizier. Radaroffiziere sind aber genauso wie Piloten immer hauptberufliche Soldaten, denn ihre Ausbildung dauert viel länger als ein Grundwehrdienst.

 

Jäger

Jäger-Soldaten: Zu Land, zu Fuß, manchmal auch mit Pferd.

Raus aus dem Zelt, hinüber zum "Ponyreiten" mit Haflinger-Pferden. Am Tag der offenen Tür für Kinder natürlich eine große Attraktion.

Aber was, bitteschön, machen Pferde beim Bundesheer? "Sie tragen Lasten, und zwar ins Hochgebirge, dorthin, wo keine Pistenraupe hinkommt und wo Hubschrauber etwa bei schlechtem Wetter nicht verlässlich genug sind", erklärt einer der Soldaten des Tragtierzentrums. Die Haflinger gehören zur 6. Jägerbrigade, zu den Gebirgsjägern.

Jäger sind das Rückgrat des Bundesheeres. Sie verwenden leichte Waffen und sind dadurch sehr beweglich. Die Jäger stellen den zahlenmäßig größten Teil der Kampftruppen im Bundesheer.

Grundwehrdienst bei den Jägern bedeutet besonders viel Zeit in der freien Natur. Grundwehrdiener sollten körperlich gut in Form sein und bereit sein, einige Anstrengungen auf sich zu nehmen.

Soldaten im Gebirge Sechs Gebirgsjäger im Schnee Jäger beim Kettern im Gebirge hängend Helikopter landet. Soldat steht davor. Bemaltes Gesicht eines Soldaten Gruppe von Soldaten kniet vor Panzer Jägersoldaten im Wald Soldaten knien und kommunizieren in der Wiese Jägersoldaten beim Nachtschießen mit Leuchtgranaten

Die Jäger sind, wie auch die Panzergrenadiere, auf zwei Brigaden aufgeteilt: Die Bataillone der 6. Jägerbrigade sind in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten stationiert. Sie sind die Alpin-Profis im Bundesheer, spezialisiert auf Einsätze im Hochgebirge.

Die 7. Jägerbrigade ist in Kärnten und der Steiermark daheim und hat sich unter anderem auf Luftlandeeinsätze spezialisiert. Jede Brigade besteht aus einigen tausend Soldaten.

 

Verbandsabzeichen der 6. und 7. Jägerbrigade

Die Soldaten der beiden Jägerbrigaden tragen an ihrer Uniform Dienstgrade und Abzeichen mit einem 6er oder einem 7er. Was dem Musikfan sein Band-T-Shirt, ist dem Soldaten sein Abzeichen: Auf einen Blick weiß man, mit wem man es zu tun hat. Wer die Abzeichen kennt, sieht sofort:

Welchen Dienstgrad hat eine Person?
Es gibt 21 Dienstgrade in der militärischen Hierarchie, vom Rekruten bis zum General.

Welcher Waffengattung gehört ein Soldat an?
Jede Waffengattung hat ihre Farbe. Diese erkennt man am jeweiligen Barett am Kopf.

Und welchem Verband gehört ein Soldat an?
Man erkennt den Verband und die Ausbildung eines Soldaten an den Abzeichen. Jede Organisationseinheit im Bundesheer vergibt ihr eigenes Abzeichen. Und, etwas für geübte Augen: Jeder Jahrgang an einer der Akademien hat ebenfalls ein eigenes Abzeichen.

DieAbzeichen und Uniformen werden zu Beginn des Grundwehrdienstes ausführlich erklärt. Schließlich wird im Bundesheer-Alltag an jeden Gruß der (richtige!) Dienstgrad angehängt:
"Guten Morgen, Herr Oberleutnant!"