Die eigene Wohnung

Mit der Wohnkostenbeihilfe werden jene Kosten abgegolten, die nachweislich während des Grundwehrdienstes entstehen, um eine eigene Wohnung behalten zu können. Die eigene Wohnung wird nach den Bestimmungen des Meldegesetzes definiert.

Wohnen Sie im Haushalt der Eltern oder Ihres Lebenspartners, so gebührt Ihnen keine Wohnkostenbeihilfe.

Ein Anspruch besteht nur für jene Wohnung, in der Sie bereits bei der Zustellung des Einberufungsbefehles gewohnt haben. Wurde der Erwerb der Wohnung nachweislich bereits vor diesem Zeitpunkt eingeleitet, so erhalten Sie die Wohnkostenbeihilfe auch dann, wenn Sie die Wohnung erst nach diesem Zeitpunkt beziehen. Wurde jedoch nach der Zustellung des Einberufungsbefehles, aber vor dem Einberufungstermin eine andere Wohnung bezogen (Meldung), so gebühren anstelle der Kosten für diese Wohnung die ehemaligen Kosten jener eigenen Wohnung, in der gewohnt wurde.

Als Wohnkosten gelten:

  • Alle Arten des Entgelts für die Benützung der Wohnung samt den Betriebskosten und öffentlichen Abgaben.
  • Leistungen für Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Lift, Waschküche etc.).
  • Rückzahlungen von Darlehen, die zur Schaffung des Wohnraumes aufgenommen wurden.
  • Pauschalbetrag für die Grundgebühren von Strom, Gas und Telefon, in Höhe von derzeit € 17,47.

Höhe der Wohnkostenbeihilfe

  • Sind Sie ledig, so können Ihnen höchstens 30% Ihrer Bemessungsgrundlage als Wohnkostenbeihilfe zuerkannt werden.
  • Sind Sie verheiratet, haben Sie Anspruch auf Wohnkostenbeihilfe in der Höhe von bis zu 20% Ihrer Bemessungsgrundlage.

Wenn aber das Einkommen Ihres Ehepartners/eingetragenen Partners bei selbstständiger Erwerbstätigkeit den Betrag von derzeit € 889,84 - bei nicht selbstständiger Erwerbstätigkeit von € 900,84 - überschreitet, vermindert sich die Wohnkostenbeihilfe um den Überschreitungsbetrag. Diese Beträge sind die Mindestsätze nach § 26, Abs. 5 des Pensionsgesetzes 1965 und ändern sich jährlich.

Antrag auf Wohnkostenbeihilfe stellen

Vor Antritt des Wehrdienstes:

  • Sie haben gemeinsam mit Ihrem Einberufungsbefehl, der Ihnen durch das Militärkommando übersandt wurde, einen Antrag auf Zuerkennung von Familien-/Partnerunterhalt und Wohnkostenbeihilfe erhalten. Wollen Sie einen Antrag stellen, so schicken Sie diesen Kurzantrag per Post an das Heerespersonalamt (Adressen siehe Vordruck). Sie erhalten dann einen Fragebogen zugesandt.
  • Als Frau, die sich freiwillig zum Ausbildungsdienst gemeldet hat, erhalten Sie gemeinsam mit dem Einberufungsbefehl, den Ihnen das Heerespersonalamt schickt, einen Antrag auf Familien-/Partnerunterhalt und Wohnkostenbeihilfe. Wollen Sie einen Antrag stellen, so schicken Sie ihn ausgefüllt mit den Unterlagen an das Heerespersonalamt.

Während des Grundwehrdienstes:

  • Nach Antritt des Wehrdienstes haben Sie die Möglichkeit, den Antrag bei Ihrer militärischen Dienststelle einzubringen. Wird der Antrag innerhalb von drei Monaten eingebracht, so gilt er rückwirkend. Wird diese Dreimonatsfrist zur Einbringung versäumt, so beginnt der Anspruch erst ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten, jedoch nicht rückwirkend.
  • Beilagen zum Antrag: Grundsätzlich müssen Sie alle im Antrag gemachten Angaben beweisen, indem Sie die entsprechenden Unterlagen beilegen. Das können sein:
    beim Familien-/Partnerunterhalt: Heiratsurkunde, Meldezettel, Geburtsurkunde der Kinder, Vaterschaftsnachweis und Unterhaltsvergleich, Gehaltsbestätigung für den gewünschten Bemessungszeitraum (eigenes Formblatt).
    Bei der Wohnkostenbeihilfe: (vergebührter) Mietvertrag oder Besitznachweis, Meldebestätigung, Zahlungsbelege für beantragte Wohnkosten, Einkommensbestätigung von Ihnen und Ihrem Ehepartner/eingetragenen Partner.

Bescheid und Auszahlung

Das Heerespersonalamt entscheidet über Ihren Anspruch und über die Höhe der Leistungen und schickt Ihnen sowie Ihrem Ehepartner/eingetragenen Partner je einen Bescheid. Die zuerkannten Beträge werden auf das angegebene Konto der unterhaltsberechtigten Person (z.B. des Ehepartners/eingetragenen Partners) am 15. jeden Monats überwiesen. Bei Unklarheiten wenden Sie sich an das Heerespersonalamt.

Mitteilungspflicht
Treten in Ihrer Familie Ereignisse ein, die eine Änderung für die Bemessung der Leistungen erfordern (z. B. Geburt eines Kindes, Eheschließung, Scheidung, Todesfall, Wohnungswechsel od. Aufgabe der Wohnung, Änderung der Bankverbindung), so melden Sie dies so bald wie möglich, spätestens aber innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis, dem Heerespersonalamt.

Beschwerde gegen den Bescheid
Wenn Sie feststellen oder der Meinung sind, dass das Heerespersonalamt Ihnen nicht alle gesetzlichen Ansprüche in voller Höhe zuerkannt hat, können Sie innerhalb von vier Wochen ab der Zustellung des Bescheides Beschwerde einlegen. In diesem Fall entscheidet dann das Bundesverwaltungsgericht.