Versicherungen

Sind Sie vor dem Antritt des Grundwehrdienstes in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis gestanden, so waren Sie auch in den vier Versicherungssparten pflichtversichert:

  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Pensionsversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Während Ihres Grundwehrdienstes werden diese Pflichtversicherungen in folgender Weise geregelt:

Krankenversicherung

Sie bleibt aufrecht, es ruhen jedoch die wechselseitigen Pflichten. Das heißt, Sie müssen keine Beiträge zahlen, und die Krankenversicherung braucht für Sie als Soldat keine Leistungen erbringen. Ihre ärztliche Betreuung erfolgt durch das Bundesheer. Für mit Ihnen versicherte Angehörige bleiben die gesetzlichen Leistungen der Krankenkasse aufrecht.

Waren Sie jedoch vor dem Einrücken nicht pflichtversichert, so gelten Sie von Gesetzes wegen während Ihres Grundwehrdienstes als krankenversichert. Auch in diesem Fall ruht die Beitragsleistungspflicht. Diese Gesetzesmaßnahme ist wichtig, damit Sie, falls Sie krank abrüsten, Anspruch auf Leistungen der Gebietskrankenkasse haben. Ihre mitversicherten Angehörigen können weiterhin ihre e-card verwenden.

Unfallversicherung

Ihre gesetzliche Unfallversicherung endet mit dem Antritt des Grundwehrdienstes. Bei etwaigen Dienstunfällen und anderen im Dienst erlittenen Gesundheitsschädigungen haben Sie dafür Anspruch auf Leistungen nach dem Heeresversorgungsgesetz.

Ausnahme: Diese Regelung findet keine Anwendung bei der Unfallversicherung der Gewerbetreibenden und Bauern. Da Gewerbetreibende und landwirtschaftliche Betriebe auch während des Grundwehrdienstes weiterbestehen, bleibt die Unfallversicherung für allfällige Tätigkeiten in diesen in der dienstfreien Zeit aufrecht.

Pensionsversicherung

Ihre Pensionsversicherung besteht während Ihres Grundwehrdienstes weiter. Ihre Dienstzeit wird als Beitragszeit mit einer Bewertung von monatlich € 1.570,35 (Stand Jänner 2012) berücksichtigt, und zwar auch dann, wenn Sie vor dem Bundesheer noch nicht pensionsversichert waren.

Arbeitslosenversicherung

Wenn Sie nach dem Abrüsten keine Arbeit finden und Ihnen auch das Arbeitsmarktservice (AMS) keine vermitteln kann, haben Sie unter folgenden Bedingungen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung:

  • Wenn Sie für die letzten zwölf Monate vor dem Antrag zusätzlich zum Grundwehrdienst noch weitere 13 Wochen Anwartschaftszeit nachweisen können (Versicherungszeiten, Zeiten eines Krankengeldbezuges oder Beschäftigungszeiten als Lehrling). Insgesamt müssen 20 Wochen Anwartschaftszeit vorliegen.
  • Sind Sie aber zum Zeitpunkt des Antrags schon über 25, so müssen Sie einschließlich des Grundwehrdienstes 52 Anwartschaftswochen nachweisen.
  • Bei jeder weiteren Inanspruchnahme einer Arbeitslosenunterstützung gilt eine Rahmenfrist von 12 Monaten und eine Anwartschaftszeit von 20 Wochen.
  • Konnte Ihnen wegen fehlender Voraussetzungen die Grundwehrdienstzeit nicht als Anwartschaftszeit angerechnet werden, so verlängert sich Ihre Rahmenfrist um die Zeit des Dienstes.

Beachten Sie: Wenn Sie nach dem Abrüsten arbeitslos sind, melden Sie sich unverzüglich beim Arbeitsmarktservice, denn die Arbeitslosenunterstützung kann nicht rückwirkend gewährt werden.

Zusatz-, Unfall- oder Krankenversicherung

Haben Sie eine Zusatz-, Unfall- oder Krankenversicherung, so erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherungsanstalt, ob und unter welchen Bedingungen Sie auch während Ihres Grundwehrdienstes leistungspflichtig bleiben und ob diese Leistungen auch bei einem allfälligen stationären Aufenthalt in einem Krankenrevier erbracht werden. Sollte für die Zeit des Grundwehrdienstes keine Leistungspflicht bestehen oder Sie für diese Zeit die Zusatz-, Unfall- oder Krankenversicherung zu teuer kommen, können Sie sie für die Dauer des Grundwehrdienstes ruhen lassen.

Krankenversicherung Ihrer Angehörigen

Ihr Ehepartner/eingetragener Partner, Ihre Kinder, eventuell Ihre Lebensgefährtin bzw. Ihr Lebensgefährte, wenn sie/er bereits zehn Monate unentgeltlich Ihren Haushalt geführt hat, sind während Ihres Grundwehrdienstes, sofern sie/er nicht selbst pflichtversichert sind, bei der Krankenkasse, bei der Sie vor dem Antritt des Dienstes versichert waren, weiter versichert. Wenn Sie aber vor dem Antritt des Grundwehrdienstes keine Krankenversicherung hatten, werden Ihre Angehörigen, so sie nicht pflichtversichert sind, bei der für Ihren Wohnort zuständigen Gebietskrankenkasse krankenversichert. Das Heerespersonalamt stellt in jedem Fall die Krankenversicherung Ihrer Angehörigen sicher und teilt Ihnen schriftlich mit, von welcher Krankenkasse die Angehörigen Leistungen in Anspruch nehmen dürfen.