Gesundheit und Krankheit

Für die ärztliche Betreuung und Überwachung Ihrer Gesundheit sind in erster Linie die Militärärzte zuständig. Sie bestimmen, ob Sie in heereseigenen Sanitätseinrichtungen behandelt oder in öffentliche oder private Krankenanstalten überstellt bzw. zu Fachärzten überwiesen werden. In der dienstfreien Zeit kann jeder Arzt in Anspruch genommen werden, jedoch wird kein Kostenersatz erstattet, außer mit schriftlicher Genehmigung des Truppenarztes.

Als Soldat im Grundwehrdienst haben Sie Anspruch auf unentgeltliche Krankenbehandlung und Anstaltspflege. Die Krankenbehandlung umfasst die notwendige militärärztliche Hilfe sowie die Versorgung mit den notwendigen Heilmitteln und Heilbehelfen. Kann dies durch das Bundesheer nicht oder nicht rechtzeitig erfolgen, z. B. bei Unfällen, plötzlichen Erkrankungen oder mangels erforderlicher technischer Einrichtungen, so können Sie selbstverständlich für die notwendige Behandlung oder Anstaltspflege einen anderen Arzt oder eine andere Krankenanstalt in Anspruch nehmen. Sie müssen dies aber so bald wie möglich Ihrer Dienststelle melden, damit diese weiß, wo Sie sind, und die notwendigen Veranlassungen treffen kann.

  • Beispiel 1: Gerechtfertigte Inanspruchnahme eines zivilen Arztes:
    Rekrut Sportlich stürzt mit seinem Fahrrad und zieht sich eine verschmutzte, stark blutende Wunde zu. Er sucht den nächstgelegenen privaten Arzt auf, da es in zumutbarer Nähe keine militärische Sanitätseinrichtung gibt. Nach dem Einrücken in die Kaserne meldet er in der truppenärztlichen Ordination diesen Sachverhalt. Die stark blutende Wunde machte eine rasche ärztliche Hilfe notwendig, daher ist die Inanspruchnahme der am ehesten erreichbaren ärztlichen Hilfe gerechtfertigt.
  • Beispiel 2: Nicht gerechtfertigte Inanspruchnahme eines zivilen Arztes:
    Rekrut Kränklich erkrankt über das Wochenende zu Hause. Er hat Halsschmerzen und leichtes Fieber. Seine Mutter ruft den Hausarzt, der einen grippalen Infekt feststellt und Medikamente verordnet. Bei einer offensichtlichen Erkältungserkrankung ist allerdings eine unverzügliche ärztliche Behandlung nicht notwendig. Ein Anruf in der nächstgelegenen Kaserne hätte die militärärztliche Betreuung sichergestellt.

Fortsetzung einer vor dem Grundwehrdienst begonnenen Heilbehandlung

Standen Sie vor dem Antritt des Grundwehrdienstes in ärztlicher Behandlung und ist diese zum Zeitpunkt Ihres Einrückens noch nicht abgeschlossen, so können Sie diese durch den Militärarzt (im Dienst) oder auf Ihren Wunsch auch durch Ihren Arzt fortsetzen lassen. Letzteres ist jedoch nur in der dienstfreien Zeit möglich. Sie müssen auch Ihrer militärischen Dienststelle darüber Meldung erstatten. Das Bundesheer übernimmt in diesem Fall die Kosten bis zur Höhe des Tarifs der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA), sofern aber ein solcher Kostenersatz nicht vorgesehen ist, hat der Bund die tatsächlich erwachsenden Kosten zu tragen.

Wahl eines Vertrauensarztes

Verlangen Sie eine Krankenbehandlung oder Anstaltspflege durch einen Arzt Ihres Vertrauens, so müssen Sie bei Ihrer militärischen Dienststelle um Zustimmung ansuchen. Diese darf Ihnen für Behandlungen von Erkrankungen oder Verletzungen, die schwere Gesundheitsschädigungen oder Dauerfolgen nach sich ziehen könnten, nicht versagt werden. Durch das Bundesheer wird der BVA-Tarif bezahlt. Sofern ein solcher Kostenersatz nicht vorgesehen ist, werden die tatsächlich erwachsenden Kosten bezahlt.

Beurteilung der militärischen Dienstfähigkeit

Für die Beurteilung Ihrer militärischen Dienstfähigkeit ist in allen Fällen unter Berücksichtigung fachärztlicher Gutachten der Militärarzt zuständig.

Zahnbehandlung und Zahnersatz

Sie haben während Ihres Grundwehrdienstes Anspruch auf die notwendige chirurgische und konservierende Zahnbehandlung. Sollte bei Ihnen ein Militärarzt einen Anspruch auf einen Zahnersatz feststellen, so können Sie diesen Anspruch bis spätestens 6 Monate nach der Entlassung aus Ihrem Grundwehrdienst geltend machen.

  • Zahnersatz und Kieferregulierung: Einen Zahnersatz oder eine Kieferregulierung können Sie nur dann beanspruchen, wenn dies zur Beseitigung berufsstörender Verunstaltungen oder zur Verhütung von schweren Gesundheitsschädigungen notwendig ist.
  • Wahl eines Zahnarztes: Wollen Sie einen Zahnarzt aufsuchen, so müssen Sie sich an den Militärarzt wenden. Dieser überweist Sie an einen Zahnarzt Ihrer Wahl aus der Liste der Vertragszahnärzte.

Dienstbrillen

Sind Sie Brillenträger oder wird bei der Einstellungsuntersuchung Ihre Fehlsichtigkeit festgestellt, erhalten Sie eine vom Augenfacharzt verordnete Dienstbrille und eine Schutzmaskenbrille. Diese Dienstbrille sollten Sie dann im Dienst auch tragen.

Sobald Sie nämlich im Besitz einer Dienstbrille sind, haben Sie bei einem Verlust oder einer Beschädigung Ihrer Privatbrille keinen Anspruch auf Ersatz. Bei medizinischer Notwendigkeit haben Sie übrigens auch Anspruch auf Kontaktlinsen.

Krankenversicherung Ihrer Angehörigen

Ihr Ehepartner, Ihre Kinder, eventuell Ihre Lebensgefährtin bzw. Ihr Lebensgefährte, wenn sie/er bereits zehn Monate unentgeltlich Ihren Haushalt geführt hat, sind während Ihres Grundwehrdienstes, sofern sie/er nicht selbst pflichtversichert sind, bei der Krankenkasse, bei der Sie vor dem Antritt des Dienstes versichert waren, weiter versichert.

Wenn Sie aber vor dem Antritt des Grundwehrdienstes keine Krankenversicherung hatten, werden Ihre Angehörigen, so sie nicht pflichtversichert sind, bei der für Ihren Wohnort zuständigen Gebietskrankenkasse krankenversichert. Das Heerespersonalamt stellt in jedem Fall die Krankenversicherung Ihrer Angehörigen sicher und teilt Ihnen schriftlich mit, von welcher Krankenkasse die Angehörigen Leistungen in Anspruch nehmen dürfen.