Fragen, Antworten und Regeln

Der Abend vor der Abfahrt - Tasche packen, einräumen, abwägen. Was kommt mit? Was brauche ich für die nächsten sechs Monate? Was darf ich auf keinen Fall mitnehmen? Und wie läuft das mit ... ? Diese Fragen haben sich schon Generationen von Grundwehrdienern vor Ihnen gestellt. Deshalb hier ein Überblick – so läuft es beim Bundesheer, das sind die wichtigsten Regeln für den Alltag.

Zivilist spricht mit Soldaten Tag 1: Soldaten helfen einander von Beginn an.

Das Bundesheer versorgt Sie grundsätzlich mit allem Lebensnotwendigen. Sie erhalten Kleidung und Schuhe und allfällige Kleinigkeiten - seien es Zahnbürste oder Rasierschaum - sind im Soldatenheim billig zu kaufen.

Wie wir Sie sonst noch unterstützen und wieviel Geld Sie erhalten, lesen Sie bitte im Überblick über die Sozialleistungen.

Was soll ich mitnehmen?

  • Zivilkleidung: Was Sie auf jeden Fall mitnehmen sollten ist Zivilkleidung. Sie dürfen nämlich erst nach der zweiten Ausbildungswoche die Kaserne in Uniform verlassen, vorher nur in Zivil.
  • Sportschuhe: Sie bekommen Sportschuhe in der Kaserne. Wenn Sie zum Sport aber lieber Ihre eigenen Laufschuhe anziehen wollen, wird Ihnen das niemand verbieten.
  • Persönlicher Bedarf: Genauso empfiehlt es sich, Schlafgewand mitzunehmen. Außerdem sollten Sie die wichtigsten persönlichen Hygieneartikel wie Waschzeug, Rasierzeug, Zahnbürste und Badeschlapfen von Zuhause mitnehmen.

Was kann ich mitnehmen?

Zivilist trägt Rucksäcke Grundwehrdiener nach dem Ausfassen.

Sie dürfen Ihr Handy natürlich mitnehmen, nur sollten Sie darauf achten, dass es während der Dienstzeit ausgeschaltet ist. Nach Dienstschluss können Sie aber mit Familie und Freunden telefonieren soviel Sie wollen. Derzeit werden Kasernen des Bundesheeres schrittweise mit WLAN ausgestattet, sodass es in Zukunft möglich sein wird, mit Laptops, Tablets oder Handy nach Dienstschluss im Netz zu surfen.

Sie können Radios oder Fernseher in die Kaserne mitnehmen, jedoch ist es nicht notwendig, da es in (fast) jeder Kaserne einen oder mehrere Freizeiträume gibt, in denen ohnehin Radio und Fernseher aufgestellt sind. Ob Sie private Geräte aufstellen dürfen, entscheidet Ihr Kasernkommandant. Meistens werden die Geräte genehmigt, sofern sie nicht allzu große Stromfresser sind.

Sie können einen Wecker mitnehmen, Sie werden ihn aber nicht brauchen. Denn der Charge vom Tag wird Sie zuverlässig jeden Tag um 6 Uhr wecken. Das Stichwort "Tagwache" kennen Sie vielleicht schon.
Bücher oder Zeitschriften sind natürlich erlaubt.

Was darf ich nicht mitnehmen?

Sofern Sie private Waffen oder Munition besitzen, bleiben diese zuhause in ihrem Waffenschrank. Auch Haustiere sind in einer Kaserne verboten.

Was Sie nicht mitnehmen sollten:

  • NEIN: alkoholische Getränke
  • NEIN: größere Geldbeträge und Wertgegenstände
  • NEIN: sperrige Gebrauchsgegenstände
  • NEIN: sperrige Sportgeräte.

Wie komme ich zu meiner Kaserne?

Dem Einberufungsbefehl ist eine „Fahrtberechtigung“ für die Züge der ÖBB beigelegt. Ausgaben für eventuell anfallende Reisekosten (etwa Bus oder Straßenbahn) werden Ihnen ersetzt. Wenn Sie mit einem privaten Auto zur Kaserne fahren, wird Ihnen der Wert der Bahnkarte auf Ihr Konto überwiesen. Nicht benützte Fahrtberechtigungen müssen Sie mitnehmen und abgeben.

In jedem Fall ist es aber günstiger, wenn sie am Einrückungstag mit der Bahn anreisen. Sie werden nämlich, wenn Ihnen kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht, von der Kaserne am nächsten gelegenen Bahnhof abgeholt. Für alle späteren Fahrten empfiehlt es sich die Bahn zu verwenden, da Sie mit der "VORTEILScard - Österreichisches Bundesheer" kostenlos in ganz Österreich unterwegs sind.

Konsum

Das Bundesheer funktioniert nur, weil es eine klare Befehlskette gibt und für das Verhalten der Soldaten Regeln gelten. So entsteht ein respektvolles Miteinander und so sind Ihre persönlichen Freiheiten klar definiert. Daher gibt es auch Regeln für den Umgang mit Alkohol, Zigaretten und Drogen. Ein Bier nach Dienstschluss wird Ihnen niemand übel nehmen, jedoch sollten sie darauf bedacht sein, am nächsten Tag diensttauglich zu erscheinen. Ansonsten könnte ein Marsch mit Rucksack zu einer Qual werden.

In den Höfen aller Kasernen finden sich auch Aschenbecher. Hier kann außerhalb der Dienstzeiten geraucht werden. In den Soldatenheimen kann man auch Zigaretten kaufen, Sie müssen daher keine Stange Zigaretten zum Einrücken mitnehmen. Drogen sind in der Kaserne genauso verboten wie draußen. Am Tag der Einrückung werden Sie einem Urintest unterzogen.

Werden mir beim Bundesheer die Haare geschnitten?

Hinterkopf eines Soldaten Haare dürfen Ohren und Stirn nicht bedecken.

Man hört sehr viel über den "Bundesheerhaarschnitt". Vieles davon ist nicht mehr als ein Gerücht. Doch einige Punkte sollten Sie unbedingt beachten, damit Ihre Frisur "heerestauglich" ist:

Ihre Haare sollen gepflegt sein und dürfen weder Hemd- noch Uniformkragen berühren. Auch dürfen die Haare nicht die Ohren oder die Stirn bedecken. Sollten Ihre Haare zu lang sein, werden Sie zum Heeresfrisör geschickt. Ausgefallene Modehaarschnitte (zum Beispiel ein teilrasierter Kopf) wie auch ausgeflippte Farbtönungen sind ebenfalls untersagt. Oberlippenbärte und Koteletten sind erlaubt, die ABC-Schutzmaske muss jedoch dicht am Gesicht anliegen können. Grundsätzlich hat der Soldat rasiert zu sein.
Neu ist, dass Berufssoldaten das Tragen von Voll-, Oberlippen-, Kinn- und Backenbärten erlaubt ist.

Nebenbei: Auch bei Soldatinnen muss die militärische Kopfbedeckung, das Barett, ordnungsgemäß sitzen. Soldatinnen müssen daher darauf achten, ihre Haare so zu tragen, dass das Barett fest sitzt, und ihre Haare nicht die Stirn oder die Ohren bedecken. Sie sollten daher einen passenden Haarschnitt wählen, oder die Haare zum Beispiel zu einem Zopf binden.

In Uniform ist das sichtbare Tragen von auffallendem Schmuck sowie Nasen- und Ohrenschmuck verboten. Wenn Sie diese Bestimmungen einhalten, wird gegen das Tragen von nicht sichtbarem Schmuck grundsätzlich nichts einzuwenden sein, sofern dieser nicht beim Sport- oder bei der Gefechtsausbildung eine Verletzungsgefahr darstellt. Soldatinnen ist das Tragen von dezentem Ohrschmuck zum kleinen oder großen Ausgangs- beziehungsweise Gesellschaftsanzug gestattet.

Von Tagwache bis Zapfenstreich

Ein typischer Tagesablauf in Ihrem Grundwehrdienst beginnt mit der Tagwache: Um sechs Uhr, also eineinhalb Stunden vor Dienstbeginn, wird "Taaagwaaachee!" ausgerufen. An dienstfreien Tagen gibt es keine Tagwache. Dann heißt es raus aus den Federn, waschen, anziehen und frühstücken. Danach stehen noch der Reinigungsdienst und die Dienstvorbereitung auf dem Programm.

Uhrzeit Tätigkeit
6:00 Tagwache
6:00 - 6:45 Waschen, Anziehen, Bettenbau, Frühstück
6:45 - 7:20 Reinigen des Zimmers, Vorbereiten auf den Dienst
7:20 Antreten auf dem Antreteplatz
7:30 - 7:40 Standeskontrolle, Meldung
7:40 - 12:00 Dienst laut Dienstplan
12:00 - 12:45 Mittagessen
12:45 - 16:00 Dienst laut Dienstplan
16:00 - 16:15 Befehlsausgabe

Nach der Befehlsausgabe für den nächsten Tag haben Sie Freizeit und dürfen die Kaserne verlassen, oder sich anderweitig beschäftigen. Die Nachtruhe beginnt um 22 Uhr. Sie endet mit der Tagwache am nächsten Tag. In dieser Zeit haben sich alle in der Kaserne so leise zu verhalten, dass die Nachtruhe nicht gestört wird und die Kameraden schlafen können. Nachtruhe ist gleichbedeutend mit "Licht aus!". Darauf sollen Sie auch achten, falls sie später in die Kaserne einrücken.

Zapfenstreich ist um 24 Uhr. Bis dahin müssen alle in der Kaserne sein, die keine Erlaubnis zum Fortbleiben haben. Vor oder nach anstrengenden Übungen und aus anderen militärischen Gründen können die Uhrzeiten im Tagesablauf geändert werden.

Zwei Soldaten beim Aufwachen Tagwache: Die Dienstzeit beginnt mit dem Aufstehen.

Überzeit - länger ausbleiben

Gibt es keine Überzeit, müssen alle Soldaten bis zum Zapfenstreich in der Kaserne sein. Überzeit wird bei entsprechendem Leistungswillen und Verhalten erteilt. Das bedeutet, dass Sie von Dienstende, bis eine Stunde vor Ihrem nächsten Dienstbeginn nicht in der Kaserne sein müssen. Sie können diese Möglichkeit also nutzen, wieder einmal zuhause zu schlafen. Sollten Sie aber einmal die Zeit übersehen, ist es ratsam, in der Kaserne anzurufen und dem Diensthabenden Offizier vom Tag das spätere Eintreffen zu melden. Wenn sich das nicht zu oft wiederholt, wird Ihnen niemand "den Kopf abreißen", auch nicht Ihr Kompaniekommandant, dem Sie aber daraufhin Rede und Antwort stehen müssen.

Spindordnung

Die Spindordnung ist nicht Schikane, sondern hat einen besonderen Grund: Wenn Bekleidung und Ausrüstung nach einem bestimmten System verwahrt sind, können Sie sie auch in der Dunkelheit finden und in Ihren Rucksack packen. Natürlich geht es dabei auch um die Schulung Ihres Ordnungssinnes. Aber millimetergenaues Zusammenlegen der Hemden und der sonstigen Kleidungsstücke wird nicht verlangt. Ebenso gehört das "Ausräumen" des Spindes durch den Ausbildner der Vergangenheit an.

Hygiene

Hygiene wird beim Bundesheer groß geschrieben. Dies betrifft die persönliche Körperhygiene, man lebt schließlich immer mit mehreren Soldaten in einem Zimmer. Wundern Sie sich daher nicht, wenn auch die tägliche Körperpflege kontrolliert wird.

die allgemeinen Unterkünfte des Österreichischen Bundesheers sind schonend zu behandeln und sollen auch sauber gehalten werden. Damit in Ihrem Zimmer Ordnung und Sauberkeit herrschen, werden Sie mit Ihren Zimmerkameraden abwechselnd zum "Zimmerdienst" eingeteilt. Kümmern Sie sich auch sorgfältig um die Waffen, Geräte und die Bekleidung, welche Sie vom Österreichischen Bundesheer erhalten. Genauso wie Sie Ihr Auto pflegen, sollten Sie auch Ihre militärische Ausrüstung reinigen und pflegen.

Führerschein

Immer wieder fragen Grundwehrdiener, ob man beim Bundesheer den Führerschein machen kann. Ja, es gibt Heeresfahrschulen. Dort lernen Grundwehrdiener, wie man Fahrzeuge in schwierigem Gelände beherrscht. In der erweiterten Kraftfahrausbildung lernen die Bundesheer-Fahrer zusätzlich, wie man mit aufgesetzter ABC-Schutzmaske fährt, wie man Fahrzeuge tarnt, mit Seilwinden birgt oder sie auf die Eisenbahn verlädt. Beachten Sie aber, dass für diese Ausbildung nur Grundwehrdiener in Frage kommen, die tatsächlich für Fahrtätigkeiten verwendet werden.